Sehenswürdigkeiten

White Island – die Vulkaninsel

Führung auf White Island

White Island - die weiße Insel?

Der Name White Island könnte auf eine weiße Insel schließen lassen. Weißer Sandstrand, Palmen, türkises Wasser und einen großen Berg aus weißem Kalkstein im Zentrum. Aber so ist es nun mal nicht! Es ist eine unwirtliche Insel, die brodelt und dampft.

White Island hat seinen Namen der weißen Dampfwolke, die dauerhaft über der Insel schwebt, zu verdanken. 1769 war es der Entdecker James Cook der die Insel aufgrund der Wolke White Island nannte. Jedoch war ihm zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, dass es sich um einen Vulkan handelte. Die Maori, Neuseeländische Ureinwohner, hatten der Insel jedoch schon vor der europäischen Besiedelung Neuseelands einen Namen gegeben. Sie nannten sie „Te Puia o Whakaari“, kurz Whakaari, was so viel wie „der dramatische Vulkan“ bedeutet.

White Island Blick vom Meer
White Island bei klarem Wetter.

White Island - ein wenig Geschichte

Bevor White Island von Touristen besucht wurde, versuchten verschiedene Unternehmer auf der Insel Schwefel abzubauen. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die ersten Bergarbeiter zu graben. Es war eine Knochenarbeit und die Wege über die Insel nicht ungefährlich. Deshalb gab es immer wieder Unfälle, verschwundene Personen und 1914 bei einem Ausbruch sogar 10 Tote. Der letzte Versuch 1923 endete schon sieben Jahre später, da die Schwefelvorkommen nicht mehr ergiebig genug waren. Noch heute kann man die Überreste der Fabrik bewundern, wo Schwefel zerkleinert und in Säcke verpackt wurde. Es sind nur noch die Grundmauern, einige Holzbalken und verschiedene verrostete Überbleibsel der damaligen Maschinen zu erkennen.

Heute erfreuen sich Vulkanforscher und Touristen an der spannenden Insel. Tägliche Touren per Schiff oder Helikopter bringen jeden zahlenden Gast auf die Insel. Eigenständig anlegen ist jedoch strengstens verboten.

Statue von Wairaka, der Mutigen
Statue von Wairaka, der Mutigen.

Eine Tour nach White Island

Uns hat es nun schon dreimal nach White Island gezogen. Es ist einfach jedes Mal wieder extrem spannend und wärmstens, wenn nicht sogar brodelnd und kochend, zu empfehlen. Leider steigen die Preise von Jahr zu Jahr. Haben wir 2011 noch 185 NZ$ für den Ausflug per Schiff gezahlt, sind es heute (Stand 2018) schon 229 NZ$. Startpunkt des Ausfluges ist Whakatāne, an der Bay of Plenty. Der Ort ist nur 85 Kilometer von Rotorua und 300 Kilometer von Auckland entfernt. Whakatāne ist für neuseeländische Verhältnisse recht groß und zählt circa 15000 Einwohner. Wenn man nur kurz im Ort ist, sollte man sich dennoch die süße Innenstadt und die schöne Hafenpromenade nicht entgehen lassen.

Schiff auf dem Weg nach White Island
Schiff auf dem Weg nach White Island.

Erst auf dem Wasser…

Mit dem Schiff verließen wir am frühen Morgen den Hafen. Das Wetter war klar und der mittelgroße Ausflugskreuzer mit 18 Gästen nur mäßig gefüllt. Das Glück der Nebensaison! Somit hatten wir genug Platz um die zweistündige Fahrt über das ruhige, tiefblaue Wasser zu genießen. Laut Crew ist es auf dieser Tour nicht unüblich Delfine zu sehen. Wir jedoch, hatten kein Glück.

Die Insel rückte näher und näher und was von Weitem noch wie eine Wolke über der Insel aussah, entpuppte sich als Dampf, der aus dem Krater aufstieg und über der Insel hängen blieb. Vor der Küste ankerte das Schiff und unsere Gruppe wurde in zwei Fuhren mit einem Schlauchboot an Land gebracht. Bevor nun die Führung über die brodelnde Insel begann, bekamen wir eine ausführliche Sicherheitseinweisung, die auch den Ausbruch des Inselvulkans beinhaltete. Im Fall von Ascheauswürfen sollten wir uns hinter Hügeln und Felsen verstecken und geduckt bleiben. Weiterhin mussten wir einen Helm und eine Atemschutzmaske tragen, um für alles gewappnet zu sein. Man darf eben nicht vergessen, dass White Island ein aktiver Vulkan ist. Ascheauswürfe und Ausbrüche waren jederzeit möglich. Um nicht allzu viel Angst zu machen, muss man dazu sagen, dass die Insel dauerhaft von Vulkanologen überwacht ist. So werden größere Ausbrüche frühzeitig erkannt.

Neon Schwefelablagerungen auf White Island
Schwefelablagerungen auf White Island

…dann an Land…

Es war wie auf einem fremden Planeten. Ein Gang auf dem Mond oder ein Besuch des Mars konnten nicht viel fremdartiger sein. Es herrschte ein schwefeliger Grundgeruch auf der ganzen Insel. Wasser und Schlamm brodelten und Rauchsäulen schossen aus dem Boden. Der schwefelhaltige Dampf legte sich partiell auf der Insel ab, so dass die Oberfläche dort mit neongelben Schwefelablagerungen bedeckt war. Wir folgten unseren Tour-Guides, die uns durch eine atemberaubende Welt führten. Atemberaubend traf es sogar sehr gut, denn trug man seine Atemschutzmaske im näheren Bereich des stark rauchenden Kraters nicht, reizten die Schwefelgase schnell die Atemwege. Auch eine Sonnenbrille war klar von Vorteil. Die Gase brannten auch in den Augen.

Während unserer zweistündigen Wanderung querten wir unter anderem einen kleinen Bach mit frischem Quellwasser. Die Tour-Guides boten uns an, das Wasser gern mal zu probieren. Wir steckten einen Finger hinein und probierten es ein wenig skeptisch. Der stark metallische Geschmack ließ uns die Gesichter verziehen. Komisch schauten wir auch, als einer der Guides ein mattes Geldstück wieder zum Erstrahlen brachte. Der hohe Säuregehalt des Wassers sorgte für einen neuen Glanz. Ob wir das Wasser wohl auch nach diesem Trick probiert hätten?

Zum Ende unserer Tour besichtigten wir die Ruinen der alten Schwefelfabrik. Selbst wenn nicht mehr viel übrig war, gingen wir gespannt durch die Überbleibsel. Ein Dach gab es nicht mehr, nur noch ein Teil der Grundmauern grenzten den Bereich vom Rest der Insel ab. Auch viele alte Holzbalken lagen herum. Sie hatten durch die schwefelhaltige Umgebung über die Jahrzehnte eine goldbraune Färbung angenommen. Die Metallteile, große Zahnräder der alten Maschinen, waren ebenso von der Umgebungsluft angegriffen und vollkommen verrostet.

Blick in die Schwefelfabrik Ruine
Schwefelfabrik Ruine
Rostende Maschinen am Meer
Rostende Maschinen am Meer.
Zahnräder in der Schwefelfabrik Ruine
Zahnräder in der Schwefelfabrik Ruine
Schwefel gefärbtes Holz.
Von Schwefel gefärbtes Holz.

…und wieder zurück!

Zum Abschluss der Reise umrundeten wir mit dem Schiff noch einmal die ganze Insel. Sie war größer als von der Festlandseite erwartet. Auf der Rückseite war sie sogar begrünt und Heimat einer Tölpel Kolonie.

Unser White Island Fazit

Mit 225 NZ$ pro Person (Stand 2018) ist diese Tour wirklich nicht günstig. Wir bereuen jedoch keine einzige Fahrt nach White Island. Preis Leistung stimmen für dieses außergewöhnliche Erlebnis einfach. Die Crew der Touren steht den Gästen gerne mit Rat und Tat zur Seite, egal ob an Bord oder auf der Insel. Während der Rückfahrt wird sogar ein kleiner Snack gereicht, damit die Gäste sich nach der Wanderung über White Island wieder stärken können. Am Ende ist es eine unvergessliche Erfahrung, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

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