Fjordland Nationalpark

Fiordland Nationalpark

Höhepunkte:
spezielle Fjorde, glaziale Seen, weite Täler, tiefe Regenwälder

Fläche: 12.500 km²

Lage: Südwesten der Südinsel

Fjordland Nationalpark - im Land der Fjorde

Der Fjordland Nationalpark wurde 1952 gegründet und ist seit 1990 Teil der Te Wahipounamu World Heritage Area (Ort des Grünsteins), einem Zusammenschluss vieler Naturschutzgebiete der südwestlichen Südinsel, und gleichzeitig Teil des UNESCO Weltnaturerbes. Mit 12500 km² ist er der größte Nationalpark Neuseelands und zugleich der am wenigsten zugängliche und am dünnsten besiedelte Teil des Landes. Der größte Ort, mit circa 2000 Einwohnern ist, Te Anau, am wunderschön gelegenen Lake Te Anau. Zu den 2000 Einwohnern kommen circa 4000 Betten, die für Touristen in verschiedenen Unterkünften zur Verfügung stehen.

Zwei Keas am Rande des Kepler Track

Wie der Name Fjordland Nationalpark schon erahnen lässt, befinden sich viele Fjorde in diesem Bereich Neuseelands. Es sind genau gesagt 14 von Gletschern geformte Fjorde und 5 glaziale Seen, praktisch die „Fjorde des Inlandes“. Die bekanntesten Fjorde sind der Milford Sound und der Doubtful Sound, die von bis zu 2000 Meter hohen Bergen umgeben sind.

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Panorama Milford Sound - in der Mitte der Mitre Peak

Milford Sound

Der Milford ist der einzige Fjord mit direkter Straßenanbindung. Über die 120 Kilometer lange Zugangsstraße, die damals als Regierungsprojekt zur Arbeitsbeschaffung gebaut wurde, fahren heute in den Sommermonaten tausende Touristen an den Fjord. Es ist eine außerordentlich spannende Strecke mit spektakulären Ausblicken, vielen kleinen Wanderungen und der Durchquerung des 1300 Meter langen Homer Tunnels. Während eine Ampel den Verkehr des Tunnels regelt, warten viele Touristen vor den Eingängen. Aber es kommt kaum Langeweile auf, denn oft verkürzen die cleveren Keas (alpine Bergpapageien) die Zeit, indem sie die Touristen ablenken, bestehlen und auch gern die Scheibenwischer klauen. Der mitunter berühmteste Fotoausschnitt Neuseelands entsteht direkt am Milford Sound. Mit Blick vom Ort Milford Sound in den Fjord und auf den 1692 Meter über den Fjord ragenden Berg, Mitre Peak.

Was den Milford Sound besonders macht, ist sein enger Verlauf und die hohen Berge rundherum. Die Höhe der Berge und der viele Regen, der in dieser Region fällt, lässt viele spektakuläre Wasserfälle entstehen. Auch unter Wasser ist der Milford Sound ein Phänomen. Der viele Regen lässt im Fjord zwei Wasserschichten entstehen. Unten Salzwasser und oben eine, je nach der Niederschlagsmenge, variierende Süßwasserschicht. Durch diese Mischung herrschen unter Wasser Lichtverhältnisse wie in der Tiefsee und so findet man im Fjord eben auch schwarze Tiefsee-Korallen und sogar Haie.

Doubtful Sound

Der Doubtful Sound ist im Grunde nur durch die Überschiffung des Lake Manapouri zu erreichen. Diese ist im Ausflugspaket fast aller Doubful Sound Touren inkludiert. Sehr empfehlenswert ist eine Übernachtungsschifffahrt auf dem Doubful Sound. Der Sternenhimmel nachts im Fjord ist einfach traumhaft und die Crew erzählt viele Geschichten über die Region und die Sternezeichen. Mit 40 Kilometern ist er der längste und mit 421 Metern auch der tiefste Fjord. Im Gegensatz zum Milford Sound ist der Doubtful Sound breiter und die Berge scheinen nicht ganz so hoch zu sein. Trotz alledem haben die eindrucksvollen Browne Falls Wasserfälle eine Fallhöhe von 600 Metern.

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Der Doubtful Sound
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An Deck eines Ausflugsschiffes

Fjordland Nationalpark - Regen, Regen und Regen

Die Maori glauben, dass ein riesiger Steinmetz, namens Tute Rakiwhanoa, die Fjorde und Täler des Fjordland Nationalpark mit seiner Axt geschaffen hat. Aus Wissenschaftlicher Sicht waren es die Plattentektonik und die Gletscher. Selbst heute werden die bis zu 2746 Meter hohen Berge noch durch Plattentektonik nach oben bewegt, jedoch bedingt durch den vielen Regen wieder abgetragen. Die westlichen Gipfelketten gehören zu den regenreichsten Gebieten der Erde, so das unzählige Wasserfälle entstehen, mit einer Fallhöhe von bis zu 600 Metern.

Der viele Regen des Fjordland Nationalparks begünstig die immergrüne Flora. Der Park ist fast ausschließlich mit Scheinbuchen bewaldet und oberhalb der Baumgrenze wachsen Schneegräser, Gänseblümchen und Hahnenfuß. Auch über der Baumgrenze zu Hause sind die Keas, weltweit einmalige Bergpapageien. Etwas tiefer, in den Wäldern ziehen seltene Haast- und Streifenkiwis, vom Aussterben bedrohte Gelbköpfchen, der Südinsel Takahe und andere Vogelarten umher. Der Südinsel Takahe aus den Murchinson Mountains galt schon als ausgestorben, wurden in den 50er Jahren jedoch im wiederentdeckt. Um sie zu schützen, wurden sie auf eine kleine Insel umgesiedelt. Unter Wasser findet man Pinguine, Robben, Haie und Korallen.

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Berg-Panorama der Grat-Wanderung auf dem Kepler Track

Der Nationalpark beherbergt ein großes Netz aus Wanderwegen, die oft als die schönsten Wanderungen unserer Erde bezeichnet werden. Auf dem Kepler Track auf Berggraten über die Wolken steigen. Der Milford Track führt durch den scheinbar undurchdringbaren Urwald. Auf dem Greenstone and Caples Tracks begibt man sich in die Täler des Parks und der Routeburn Track bring den Besucher über einen Bergpass in den Mt. Aspiring National Park. Neben vielen Wanderungen gibt es unzählige Möglichkeiten sich ins Kajak zu schwingen, um Fjorde und Seen zu erkunden und atemberaubende Bootstouren zu machen. Auch unter Wasser kann man unvergessliche Tauchausflüge in die spezielle Unterwasserwelt der Fjorde unternehmen.

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Ein Wanderer im mystischen Wald des Kepler Tracks
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