Wanderungen

Unsere Wanderungen – Heaphy Track – Teil 3

Unterwegs auf dem Heaphy Track

Heaphy Track - Tag 5

Um 6 Uhr klingelte der Wecker, ein ungewohntes Geräusch. Denn wir waren gerade mitten in unserem Work & Travel Jahr in Neuseeland, eine Zeit unseres Lebens, in der die Zeiger der Uhr fast keine Rolle spielten. An diesem letzten Tag der Wanderung mussten wir aber unseren Bus am Zielpunkt pünktlich erreichen, um weiter nach Karamea zu kommen.
Es war noch nicht ganz hell und der Himmel bedeckt. Unter dem dichten, tropischen Blätterdach aus Farnen und Palmen wanderten wir die ersten Kilometer noch im Taschenlampenlicht. Auch die ersten dicken Regentropfen fing das Blätterdach noch ab und hielt uns trocken. Es war ein entspannendes Geräusch, wie der Regen von den Blättern aufgefangen wurde. So wanderten wir immer weiter bis der Weg offener wurde und neben dem ersten Strandabschnitt verlief. Nun war es Zeit die Regenjacken und -hosen überzuziehen.

Dichter Palmenwald direkt am Meer
Dichter Palmenwald direkt am Meer

Heaphy Track - Tag 5 - Regen, Regen und Regen

Abwechslungsreich verlief der schmale Pfad mal entlang der Küste, mal durch den Busch. Man konnte auch ganze Abschnitte direkt am Strand entlangwandern. Ein fantastisches Bild bot jedoch der Blick aus dem Dschungel durch die Palmen auf das wilde Meer. Nach nur eineinhalb Stunden erreichten wir unerwartet auf halbem Wege die Katipo Creek Shelter, eine Schutzhütte, die wir eigentlich eine Stunde später erreichen sollten. Mittlerweile hatte es sich eingeregnet und ein Ende war nicht in Sicht. So nutzten wir die Überdachung für eine kurze Pause.

Zwischen Nikau Palmen und Gestrüpp
Unterwegs zwischen Nikau Palmen und Gestrüpp
Wandern am Strand
Einen Teil des Wanderweges kann man Strand wandern.

Während des weiteren Weges durch den Regen begegneten uns zwei Ranger, die sich nach unserem Wohlbefinden erkundigten. So durchnässt wie wir trotz Regensachen aussahen, wollten sie wissen ob wir genug warme Sachen dabeihatten oder ob wir froren und Hilfe benötigten. Wirklich sehr fürsorglich! Uns ging es aber soweit gut, nur der anhaltende Regen war unangenehm. Es war ein wenig schade, denn genau auf diesem Teilabschnitt der Wanderung – entlang des Meeres – hatten wir uns am meisten gefreut. Bei diesem Wetter waren die Augen meist am Boden und der Blick durch die Kapuze eingeschränkt. Trotz dieser Widrigkeiten hatte auch dieses Wetter durchaus seinen Reiz. Das Meer war aufbrausend, der dichte Palmenwald lag im Nebel der Gischt und überall tropfte es von den Palmen.

heaphy track buschtunnel
Dichte Vegetation
Die wilde Westküste der Südinsel
Die wilde Westküste der Südinsel

Wir überquerten noch einige Hängebrücken, passierten den völlig leeren Scotts Beach Zeltplatz und schleppten uns zum Schluss noch einmal richtig bergauf, um am Ende wieder hinab zu gehen. Selbst unsere guten Wanderstiefel waren mittlerweile komplett durchnässt und wir unendlich froh am Ziel, der Kohaihai Shelter, angekommen zu sein.
Nur kurze Zeit später nahm uns dann der Karamea Express, ein kleiner Bus, mit nach Karamea in unser Hostel.

Heaphy Track - Die Rückreise

Wie kommt man nun ohne sein eigenes Auto zurück zum Startpunkt? Der „Heaphy Track“ ist immerhin eine Strecke und kein Rundweg, der einen zurück an den Anfangspunkt bringen würde. Man könnte einerseits natürlich einfach wieder zurück wandern. Die zweite Option wäre eine Linienbusfahrt über zwei Tage. Drittens kann man sich sein Auto für circa 300 NZ$ von der Golden Bay zur Westküste fahren lassen. Oder, wie wir es gemacht hatten, zurückfliegen, was im Übrigen auch nicht viel teurer war, als das Auto rumfahren zu lassen.

Cessna für den Rückflug
Unsere Cessna für den Rückflug
Flug über die Westküste und den Heaphy Track
Flug über die Westküste und den Heaphy Track

Wir hatten uns für den Rückflug zwei Plätze in der kleinen Cessna von Jim gebucht. Jim war ein älterer Mann, schlank, mit tiefen Falten im Gesicht und einem zerfransten Basecap auf dem Kopf. Mittags war unser Flug angesetzt und pünktlich rollten wir auf das Rollfeld des kleinen Flughafens in Karamea. Der Motor tourte hoch, die Maschine gewann an Geschwindigkeit und ehe wir uns versahen, stiegen wir hinauf. Jim folgte ziemlich genau dem Heaphy Track. Erst entlang der Küstenlinie, dann ins Inland über die Berge und Täler zum Anfang des Tracks. Dort legte Jim einen Zwischenstopp ein, ließ kurz zwei anderen Passagiere aussteigen und schon hoben wir wieder ab. Es war wunderschön den Track noch einmal von oben gesehen zu haben. Das rundete den ganzen Ausflug in sich ab. Wir konnten alle Hütten erkennen und einen großen Teil des Kahurangi Nationalparks überblicken.

Der Heaphy River mündet in die Tasman Sea
Der Heaphy River mündet in die Tasman Sea - am Rand die Heaphy Hut

Unser Fazit zum Heaphy Track

Die Prospekte des Department of Conservation haben nicht gelogen. Der Heaphy Track ist wirklich extrem abwechslungsreich, auch wenn der erste Tag ein wenig eintönig war. Dafür war der letzte Tag trotz des Regens einfach atemberaubend!
Egal wie man seine Übernachtungen plant, eine Wanderung durch die Neuseeländische Natur ist immer ein Erlebnis. Ob nun näher der Natur im Zelt oder mit weniger Ausrüstung im Gepäck in den Hütten. Die Wanderhütten sind meist einfach, aber generell sauber. Alle mit Regenwasser aus dem Hahn und manche sogar mit Gaskochern.
Wir können die Wanderung und einen Flug über den Kahurangi Nationalpark nur empfehlen!

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