Wanderungen

Unsere Wanderungen – Heaphy Track – Teil 2

Teil 1 unseres Heaphy Track Berichtes findet ihr hier:

Unterwegs auf dem Heaphy Track

Heaphy Track - Tag 2

Der zweite Tag startete vielversprechend. Wir hatten super geschlafen, das Wetter war toll und wir voller Tatendrang. Ein Zelt und Isomatten waren während der Wanderung schon ein Hindernis und zerrten an den Kräften. Jedoch ist man nachts der Natur wesentlich näher, als in einer Hütte. Die Geräusche der Natur: der Wind, die Schreie der Vögel, ein raschelndes Gebüsch können schon äußerst spannende Erlebnisse sein.

Wanderer auf einem Schotterweg
Der Start in den zweiten Tag
Vogel: Robin
Kleiner Vogel: Robin
Weta - Langfühlerschrecke
Weta - Langfühlerschrecke

Kurz vor 10 Uhr starteten wir den zweiten Teilabschnitt, der uns vorbei an der Gouland Downs Hut zur Saxon Hut führen sollte. Anfangs noch im offenen Gelände zwischen Hügeln, führte uns der Geröllweg wieder in den Wald. An einem herabplätschernden Bach probierten wir das klare Wasser. Es schmeckte wesentlich besser als das Regenwasser der letzten Hütte und so füllten wir unsere Wasservorräte neu auf und weiter ging es hinab durch den Wald, wo uns einige neugierige Robins (Vögel) vor den Füßen herumsprangen. Ein wenig unerwartet ließen wir nach eineinhalb Stunden das Blätterdach hinter uns und liefen nun über freies Gelände mit weiter Sicht. Eine Wohltat! Wir erspähten schnell die Gouland Downs Hut, die wir als Rastplatz eingeplant hatten.

Weite Hochebene
Weite Hochebene

Nach der Pause führte der Weg uns in einen kleinen Märchenwald. Die Felsen, Baumstämme und nahezu alles in diesem Wald war mit Moos und Farnen bedeckt. Es war vollkommen still, alle Geräusche wurden sofort verschluckt, ein wirklich mystischer Ort. Der Wald wich schnell einer flachen Hochebene, bewachsen mit Tussockgras. Einige Flüsse querten unseren Weg, waren aber leicht zu passieren. Andere, wurden durch Hängebrücken überquert. Die Ebene hinter uns gelassen, hatten wir den größten Teil der Strecke geschafft. Es wurde ein wenig hügeliger, ging auf und ab mit weiterhin guter Sicht. Nach etwa fünf Stunden erreichten wir die Saxon Hut.

Heaphy Track - Tag 2 - Der Zeltplatz

Mit nur 16 Schlafplätzen war die Saxon Hut etwas kleiner als die vorherige Hütte. Uns war es jedoch egal, denn wir schlugen wieder unser Zelt auf. Dieses Mal aber etwas anders. Für Zelte waren Holzplattformen vorgesehen. So zerstörte man nicht die Natur und regnerisches Wetter war auch kein Problem. Mit Haken, Seilen und Ösen bestfestigten wir das Zelt auf der Plattform. Die Holzbretter vor der Zelt-Tür wirkten wie eine kleine Terrasse, wirklich gemütlich! Später, während des Abendbrotes, wurden wir dann von Sandflies überfallen. Es war einfach lästig, wir saßen in einer so schönen Umgebung und diese fiesen Dinger vermiesten einem einfach alles. Im Gegensatz zu den Northland Sandflies, schwirrten diese nicht nur um die Beine herum, sondern attackierten auch das Gesicht. Um dem Wahnsinn zu entgehen, verkrochen wir uns lieber ins Zelt.

Saxon Hut
Saxon Hut
Zelten auf einer Holzplattform
Zelten an der Saxon Hut

Heaphy Track - Tag 3

Von der warmen Morgensonne geweckt, krochen wir aus den Schlafsäcken, bauten entspannt das Lager ab und aßen ebenso entspannt Frühstück.
Das heutige Teilstück zeigte sich wechselhaft. Wald, offene Grasflächen, Buschwerk und sumpfiges Terrain, über das Holzstege führten. Es ging auf und ab, über Schotter und Geröll. Nicht umsonst galt der Heaphy Track als abwechslungsreichste neuseeländische Wanderung. Andere Wanderer trafen wir kaum, dafür liefen uns regelmäßig Wekas über den Weg, die auf den ersten Blick mit Kiwis verwechselt werden konnten.

Sonne durchdringt das Blätterdach
Moosbewachsene Bäume im Sonnenschein
Panorama Tussockebene
Ein schmaler Wandersteg durchquert eine Tussockgras Ebene.

Schon am frühen Nachmittag kamen wir an der James Mackay Hut an. Die Aussicht der Hütte war toll, man konnte in der Ferne schon die Tasman Sea und den Strand der letzten Hütte erspähen. Mit Abzug der Pausen brauchten wir heute nur zweieinhalb Stunden für die etwa 12 Kilometer Wanderung. Das Zelt bauten wir wieder auf einer Holzplattform auf und die zwei Außenwaschbecken nutzten wir für eine Katzenwäsche mit kaltem Wasser. Zum Glück hatten wir wieder perfektes Wetter mit Sonnenschein. Während des Abendessens kontrollierte eine DOC-Rangerin die Tickets der Wanderer und überbrachte den Wetterbericht und die neusten Nachrichten.
Nachts im Zelt hörten wir aus den Hügeln der Umgebung ein schrilles, durchdringendes Geschrei. Wir waren nicht sicher, aber tippten unserem Gefühl nach auf Kiwis, womit wir richtig lagen. Die Rangerin bestätigte uns am nächsten Morgen, dass Kiwis nachts durch das Buschwerk schleichen.

Nachtaufnahme vom roten Tunnelzelt
Zeltplatz bei Nacht
Weka Laufvogel
Weka (kein Kiwi!)

Heaphy Track - Tag 4

Ein klarer Morgen. Die ersten Wanderer starteten schon in den Tag, während wir uns noch den Schlaf aus den Augen rieben. Nach einem entspannten Frühstück mit Müsli und Obst machten auch wir uns auf den Weg. Der Wegweiser verriet uns Gelb auf Dunkelgrün, dass die Lewis Hut, unser heutiges Zwischenziel, etwa drei Stunden entfernt war. Der anfangs offene Weg wandelte sich langsam in einen Wald, mit jedem Kilometer wuchs er weiter in die Höhe, bis die Sonne nach einer Weile nur noch sporadisch durch das Blätterdach schien. Wir fanden es gut, schützte uns der Wald doch auf diese Weise vor der heute anstrengenden Sonne. Dieser Waldweg war nicht vergleichbar mit dem des ersten Tages, er war viel offener und Lichtdurchflutet. Wahrscheinlich wirkte er auch angenehmer, da wir fast nur bergab gingen, ohne große Anstrengung und mit schon geschrumpftem Gepäck ging man sowieso viel aufmerksamer und entspannter durch die Gegend.

Nahaufnahmne Palmenblätter
Palmenblätter
Im tiefsten Busch
Im tiefsten Busch

Uns fiel unterwegs auch wieder ein Vögelchen auf. Ein kleiner grauer Vogel mit heller Brust, der uns schon zuvor begegnet war, der Robin. Diese Vögel ernährten sich von Samen, kleinen Insekten und sicher auch von naiven Touristen, die nicht wissen, dass man wilde Tiere nicht füttern soll. Wischte man mit dem Fuß über den Boden, kam der Kleine gleich angehüpft und suchte dort nach aufgewirbelten Samen. War man ganz ruhig, sprang er sogar auf die Stiefel und pickte daran herum.

 

Koru Farn im Wald
Koru Farn im Wald

Heaphy Track - Tag 4 - Es wurde tropisch!

Das Zwischenziel, die Lewis Hut, fast erreicht, trafen wir auf den Heaphy River. Hier, dicht an der Westküste, wuchsen nun auch schon die fantastischen Nikau-Palmen. An der Hütte machten wir eine längere Pause. Erst nach über einer Stunde gingen wir weiter und passierten zwei Hängebrücken, über den Lewis- und den Heaphy River. Dann wurde es tropisch, es wirkte fast, als würde der Heaphy River eine Grenze bilden. Der Weg schlängelte sich nun mal hinauf, mal hinab durch einen dichten Busch aus Palmen, Farnen und Gestrüpp. Es war feuchtwarm und auch Zikaden, an Pflanzen saugende Insekten, waren zu von der Partie. Mit ihren Hinterbeinen können sie ein lautes Zirpen erzeugen, was in einer Gesamtheit der Menge extrem laut und richtig unangenehm war.

Nikau Palmen auf dem Heaphy Track
Nikau Palmen auf dem Heaphy Track
Schmaler Sandweg durch den Urwald
Schmaler Sandweg durch den Urwald

Über viele weitere Brücken und Hängebrücken liefen wir durch die tropische Schönheit des Landes. Den Heaphy River fast immer im Blick, öffnete sich hin und wieder der Pfad und wir wanderten unter freiem Himmel, sahen die Umgebung und tauchten im nächsten Moment wieder in den Tropenwald hinein. Den letzten Kilometer gingen wir mit dem Fluss fast Hand in Hand bis zur Heaphy Hut. Der Platz lag wunderschön zwischen Palmen an der Mündung des Heaphy Rivers in die Tasman Sea.
Diese tolle Lage nutzen wir und sprangen gleich mal in die Fluten. Jedoch mit Vorsicht, denn die Unterströmung an der Westküste war nicht zu unterschätzen.

Die Heaphy Hut umringt von Nikau Palmen
Die Heaphy Hut umringt von Nikau Palmen

Zum Abend machten wir dann noch ein kleines Lagerfeuer, zu dem sich auch andere Wanderer gesellten. Nach ein paar kurzen Gesprächen gingen die Anderen schlafen, während wir noch gut ein bis zwei Stunden vor dem flackernden Feuer saßen. Der Mond stieg langsam über die uns umgebenden Hügel und beleuchtete mit seinem kühlen Schein den, von Nikau-Palmen umringten, Platz.

Blick aufs Meer
Aus dem Neuseeländischen Busch ans Meer
Nikau Palmen im Gegenlicht des Mondes
Nikau Palmen im Gegenlicht des Mondes

Die Fortsetzung mit Tag 5, der Rückreise und unserem Fazit folgen…

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