Wanderungen

Unsere Wanderungen – Heaphy Track – Teil 1

Panorama Blick Flanagan's Corner
Panorama Blick von der Flanagan's Corner

Der Heaphy Track und seine Hintergründe

Der Heaphy Track liegt im Kahurangi Nationalpark, im Nordwesten der Neuseeländischen Südinsel. Den etwa 80 Kilometer langen Wanderweg startet man entweder südwestlich von Collingwood an der Golden Bay oder nördlich von Karamea an der Westküste. Er schlängelt sich durch den sehr abwechslungsreichen Nationalpark und ist die kürzeste Verbindung zwischen der Golden Bay und der Westküste. Um mit dem Auto vom Start bis zum Zielpunkt zu fahren, muss man einen großen Umweg in Kauf nehmen. Man ist ganze 450 Kilometer unterwegs.
Der Weg hat eine lange Geschichte. Schon die Maori lebten in diesem Gebiet und nutzten Teilstücke des Weges. Der Name kommt vom Entdecker Charles Heaphy, der 1846 in dieser Region auf Expedition war. Komplett ausgebaut wurde der Heaphy Track jedoch erst 1888, während des Goldrausches in der Region. Die erfolglose Goldsuche ließ den Track jedoch später aus den Köpfen verschwinden. Erst mit der Entstehung des North-West Nelson Forest Parks (später Kahurangi Nationalpark) trat der Track wieder in das Bewusstsein und wurde nach und nach zu einem touristischen Wanderweg ausgebaut.

Unterwegs auf dem Heaphy Track

Es war Februar, somit Sommer in Neuseeland und Hauptsaison des Wanderns. In dieser Jahreszeit ist es zwingend notwendig die Hütten- bzw. Zeltplätze des Heaphy Tracks im Voraus zu buchen. Wir entschieden uns für unser Zelt, um etwas Geld zu sparen, denn in der Hauptsaison sind die Hüttenplätze unglaublich teuer und auch rar gesät.  Weiterhin ist es sinnvoll einen Transport zu organisieren. Also parkten wir unseren Camper in Takaka, einem kleinen Hippie Städtchen an der Golden Bay, und ließen uns vom dortigen Besucherzentrum zum Start des Heaphy Tracks bringen.

Bus-Shuttle des Heaphy Tracks
Bus-Shuttle des Heaphy Tracks

Heaphy Track - Tag 1

Von der Brown Hut, dem nördlichen Anfangspunkt der Wanderung, starteten wir in den ersten Tag. Unsere Rucksäcke waren viel zu schwer und wir bereuten schnell die Entscheidung zu zelten. Für Übernachtungen in den Hütten, hätten wir auf die Isomatten und das Zelt verzichten können und ganze fünf Kilogramm gespart.

Wanderer auf Brücke
Die ersten Meter auf dem Heaphy Track

Der Weg betrug 17 Kilometer und war auch ohne Wegmarkierungen nicht zu verfehlen. Laut Prospekt sollte man fünf Stunden benötigen um an der nächsten Hütte anzukommen. Wir wanderten auf steinigem Boden stetig bergauf und mussten heute circa 700 Höhenmeter aufsteigen. Im Grunde verlief der Weg ausschließlich durch den Wald. Rechts stieg das Gelände an, links fiel es ab. Nur selten boten sich freie Stellen zwischen den Bäumen, die dann aber fantastische Ausblicke preisgaben. Gerade der Ausblick vom höchsten Punkt des Tages entschädigte für einen Großteil der Strapazen. Hier an der Flanagan’s Corner konnte man sich gut eine Weile ausruhen, um dann die letzten Meter in Angriff zu nehmen.

Heaphy Track Aussicht
Blick aus dem Wald in die Ferne

Die Perry Saddle Hut, bzw. der Zeltplatz an der Hütte, war unser Ziel. Es war eine typische Neuseeländische Wanderhütte. Sie bot 24 Schlafmöglichkeiten auf einfachen, kunststoffbezogenen Matratzen. Aufgeteilt war die Hütte in zwei Schlafräume und einen Gemeinschaftsraum, der auch als Küche diente. Für uns Camper war die Hütte jedoch tabu. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen und schlugen unser Zelt auf.

Zeltplatz an der Perry Saddle Hut
Zeltplatz an der Perry Saddle Hut

Wasser auf Wanderungen

Grundsätzlich sind alle Wanderhütten in Neuseeland mit Regenwassertanks ausgestattet. Regen wird aufgefangen, grob gefiltert und gespeichert. In regenarmen Zeiten kann es natürlich auch mal zu Engpässen kommen. Eine Option sind fließende Gewässer, also keine Seen oder Tümpel. Meist schmeckt das Wasser aus Flüssen außerdem besser und frischer als Wasser aus den Tanks. Das Regenwasser schmeckt in den kühleren Zeiten oft nach Rauch. Das passiert, wenn der Kamin der Hütte aktiv ist, Rauch aufsteigt und das Regenwasser geschmacklich beeinflusst.

Wasserflasche im Sand

Wassereinigung auf Wanderungen

Um Schwebteilchen zu minimieren, kann man das Wasser einfach durch feinen Stoff filtern. Wer es akkurater mag, greift zu Keramikfiltern, die jedoch meist hochpreisig sind.
Keime oder Parasiten, wie zum Beispiel Giardia, sind nicht durch einfaches Filtern zu entfernen. In diesem Fall muss man das Wasser 3 Minuten abkochen. Nebeneffekt: das Wasser ist heiß und nicht sofort trinkbereit. Es gibt auch verschiedene Tabletten zur Wasserreinigung, die das Wasser jedoch geschmacklich verändern. Auch bei Keimen oder Parasiten kann man zu einem Keramikfilter greifen oder wählt, wie wir, einen UV-Licht-Filter. Man hält die kleine Lampe, die Ultra Violettes Licht (nicht sichtbar) abgibt in die Wasserflasche und in nur 90 Sekunden ist ein Liter Wasser trinkbereit. Auch wenn optisch nichts passiert, es funktioniert! Wir haben es lange genauso gemacht und hatten nie Probleme.

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